16.11.2025 05:00 Ankunft in Palermo

Es sind nun 2 Monate vergangen und wir sind auf der 5. Insel unserer Auszeit. Wie schnell die Inseln vergehen. Ich schreibe das jedoch am 20.11. - also bin schon 4 Tage auf Sizilien und kann schon eines behaupten: Sardinien ist Ferien und ihm Winter nix los - also schöne Strände exklusiv aber nix los - keine Restaurants und keine Kaffes, etc. - Hier auf Sizilien ist es total anders es ist 100% einheimischen Leben! Alles offen und total viel los!

Aktuell muss ich sagen, Sardiniens Strände haben schon was, aber das Leben hier ist mir sympathischer!

Erste Nacht in Calstellamare del Golfo

Da ist die Mafia zu Hause! Und das nicht nur in der Vergangenheit!

Und ich habe zum ersten mal Seeigel gegessen,

Wanderung auf den 630m hohen Monte Monaco.

Und weiter über Erice nach Trapani

Und ja auch wir haben es miterlebt, dass Österreich zur WM fährt!

Und die Andi muss zum Zahnarzt - bekommt eine neue Füllung:

 

Wir kaufen Oliven Öl und fahren weiter über die Salinen von Trapani Richtung Marsala


21.11.2025 Marsala und Camping La Palma

Nach einem herrlichen Regenbogen am Morgen fahren wir nach Marsala. Der Ort ist wirklich einen Besuch wert und wir hatten das Glück in einer kleinen feinen Enoteca an einen absoluten Weinexperten zu gelangen und in den Genuss einer geführten Marsala Verkostung zu kommen.

 

Hier mehr Infos zum Wein:

Ursprung:

  • Marsala ist ein verstärkter Wein (ähnlich wie Sherry oder Port) aus der Gegend um die Stadt Marsala in Westsizilien.
  • Traditionell wird er seit dem 18. Jahrhundert hergestellt, aber die Weintradition der Region ist deutlich älter (antike Griechen und Phönizier).

Wer hat Marsala berühmt gemacht?

  • 1773: Der englische Händler John Woodhouse kam bei einem Sturm nach Marsala, probierte den lokalen Wein, fand ihn lagerfähig und „seetüchtig“, verstärkte ihn mit Alkohol (damit er die Überfahrt nach England übersteht) und schickte ihn nach Großbritannien – mit großem Erfolg.

Bezug zur Mafi

  • Natürlich wollte ich wissen, was die Mafia mit dem Wein zu tun hatte. Unser Weinexperte erklärte uns, dass Marsala eine wichtige Rolle wären der US Prohibition spielte. Die Mafia schaffte es, den Marsala als Arznei zu deklarieren und so in Amerika den Verkauf diese Weines zu ermöglichen, Angeblich gibt es daher heute noch Marsalaflaschen die an ein Apothenenprodukt erinnern. 
  • Tatsächlich kämpft Marsala  heute mehr mit einem Imageproblem („veralteter Kochwein“) als mit direkter Mafia-Kontrolle; viele moderne Produzenten setzen auf hochwertige, authentische Marsala-Stile.

 

Nach ausgibigen Verlosungen haben wir uns dann zu einer edlen Flasche Marsala hinreissen lassen. Vielleicht schon ein gutes Gläschen für Weihnachten - mal sehen.

Bis heute hatten wir wirklich viel Glück mit dem Wetter. Wir dachten nicht daran, dass wir bis Mitte November einen Badeurlaub erleben durften. Das wird sich nun ändern. Morgen soll ein Mittelmeertief Temperaturen von 13 Grad bringen. Daher haben wir uns jetzt mal auf dem Camping La Palma eingerichtet. Ich war letztes Jahr auch für 5 Tage hier. Der Plan wäre, hier für die nächsten Tage/Wochen sesshaft zu werden.

Gute Nacht...


26.11.2025 Immer noch Camping LaPalma - nur alleine!

Wir waren jetzt drei Tage alleine auf dem Campingplatz - quasi wildcampen mit 18€ Schutzgeld ;-) Dafür mit mehr Service als richtiges Wildcampen. Wasser Ver- und Entsorgung, Brotservice und ein privater Sandstrand.

Wir nutzen dieses Einöd für Bewegung, Ruhe und für Ausflüge. Der kleine Ort Menfi liegt gerade mal 3 km im Landesinneren und ist mit dem Rad schnell erreicht. Der Ortskern ist überschaubar und nett. Café und Mehlspeichen ein Traum und für 2 Café und 3 Mehlspeisen 4,5€ ist ok!

Gestern dann eine Radausfahrt zu den griechischen Tempel in Selinunte. Ein absoluter Kraft- und Ruheplatz. Wir waren sehr beeindruckt. Die Fahrt war dann aber mit 42km und 370 hm doch nicht ohne, insbesondere weil ich ja einen Hund im Anhänger hatte und somit mit 50 kg Reisegepäck unterwegs war. 

Anbei ein paar Bilder der letzten Tage:

Andi hat sich warme Strandschuhe und ein Kleid bestellt. Das sollte morgen ankommen. Am Samstag schließt der Campingplatz und wir werden weiter in den Süden Siziliens reisen.


Angekommen bei den Überwinterern

Leute die überwintern - sagt man zu denen Überwinterer oder nur Rentner die überwintern oder wie auch immer - auf alle Fälle sind wir nun bei denen und es ist gart nicht so schlecht. Immerhin haben wir das ja eigentlich auch vor.

Aber wie kam es dazu? Wie zuvor berichtet, hat unser Camping La Palma am 30.11. die Pforten geschlossen. Verständlich - wir waren 8 Tage dort und davon 4 ganz alleine auf dem Platz. Es war eher schon "Wild Campen" mit einer Schutzgeld Zahlung.

Aber es passt schon - gerne wären wir noch länger geblieben, weil uns auch das Umland dort gut gefallen hat. So sind wir aufgebrochen, aber nicht ohne zuvor noch das Weingut Madrarossa zu besuchen (Fotos unten). Eine herrliche Aussicht und tolle Weine - man könnte dort viel Zeit verbringen, aber wir wollten weiter in den Süden Siziliens.

Aja - der Markt in Menfi musste noch sein - Gemüse, Käse, Oliven, Fleisch, Honig, ...

Aber jetzt next stop "Scala dei Turchi". Die Türkentreppe ist ein Highlight der Südküste das wir uns nicht entgehen lassen möchten - aber man muss es nicht übertreiben, daher haben wir uns mit den Viewpoints zufrieden gegeben und haben ein Besteigen ausgelassen.

Es gibt 2 Theorien wie dieser Felsen zu seinem Namen gekommen ist. 

1. In der Bucht hinter dem Felsen sind früher die Seeräuber angelandet und haben die Treppe genutzt um auf die Anhöhe zu gelangen. Die Piraten wurden damals Türken genannt.

2. In Anlehnung an Pamukkale in der Türkei, hat man diesen Felsen nach den Türken benannt.

Dann ein waghalsiges Vorhaben. Laut Park4Night gibt es am Ende der Türkentreppe einen schönen Parkplatz - jedoch alle Hinweise sagen, nur mit kleinen Kastenwagen und falls Nass kommt man nicht mehr rauf - einer berichtet, dass es ihm viel Reifengummi gekostet hatte um wieder rauf zu kommen. Also es ist gepflastert und sehr steil. Aber genau dafür haben wir ja nun ein Wohnmobil mit Heckantrieb. Schon alleine das runterfahren war ein Erlebnis!

Nach einer guten Nacht sind wir dann am nächsten Tag wieder raufgefahren und es hat sich ausgezahlt. Wir wurden ordentlich in die Sitze gepresst aber der Hymer ist ohne Probleme die Steigung hochgeklettert. So hab ich mir das vorgestellt. Da dreht kein Reifen durch und der Heckantrieb schiebt mit voller Kraft an. 

Mit viel Selbstvertrauen geht es nun weiter bis kurz vor Ragusa. Wir fahren zu einer Landwirtschaft die einige Wohnmobilstellplätze direkt am Meer anbietet. Privatstrand für ein paar Überwinterer. Ich dacht nie, dass wir uns in so einem Setting so wohl fühlen, aber es ist so und es ist gut so.

Mal sehen wie lange wir hier bleiben...

Wie immer eine paar Fotos der letzten Tage:

 

Wos is heit für Tag - heit is Strudltog :-)

2.12.2025

Eigentlich dachten wir schon vor Wochen - also eigentlich als wir Sardinien verlassen haben - dass der Sommer vorbei wäre. Heute wurden wir erneut eines besseren belehrt - Sonne, Sonne, Windstille und ein friedliches ruhiges Meer, dass zum Schwimmen einlädt. Jedoch da merkt man, dass es sich nicht mehr um Sommertemperaturen handelt. Bei 17 Grad kühlt man sich nur kurz ab ;-)

3.12.2025 Hurra der Winter ist da!

Heute Nacht leichter Regen aber warm - 17 Grad Nachts und jetzt Wolken und auch nicht wärmer - sagen wir einfach "Das ist Winter" und ziehen halt ein T-Shirt an. Die kurze Hose bleibt noch!

Kleiner Abstecher in die Küche, nachdem ich gestern ein scharfes Calamari-Octopus Gulasch gekocht habe hat die Andi heute schon die Semmelwürfel für Knödel vorbereitet. Wir hatten soviel altes Weissbrot und das wird heute verarbeitet.


8.12.2025 Winter ade

Tatsächlich war das ein kurzes Winter-Intermezzo und schon heute war wieder Sommer. Mit einem kleinen Unterschied - der Sommer ist immer zischen 9:00 und 15:00. Vorher und nachher ist es auch schön - aber halt kalt. Aktuell - 16:30 - 18 Grad.

Wir sind nun schon über einer Woche bei den Überwintern hier auf der Gemüse-Ranch in Punta Secca. Und jeder Tag ist geprägt von Kochen, Essen, Trinken, Einkaufen, Sonne genießen, mit den Überwintern tratschen, Radlfahren, Spazierengehen und immer noch jeden Tag ins Meer rein! Obwohl das Wasser nun bei ca. 17 Grad auch schon eine Überwindung ist.

Eigentlich denken wir, es ist schön langsam an der Zeit wieder ein Stück weiter zu fahren. Wir wollen hier ja nicht überwintern ;-) . Syrakus und Catania würden uns reizen und dann schön langsam in den Norden um unsere Freunde zu treffen.

Aber morgen steht ein Waschtag an - Dann sehen wir weiter...

Und wie oben bei den Fotos zu sehen, hat die Andi auch schon Vanillekipferl gemacht!

 

Die Luftaufnahmen zeigen den Ort - Punta di Secca - und unseren Stellplatz auf der Gemüse-Ranch.


Heute Samstag 13.12.25 Catania

Die Überschrift verrät es schon aber da war noch einiges zuvor - also der Reihe nach.

Nachdem Andi unsere Wäsche gewaschen hat und beim Warten jede Menge Caffe und Cornetti verdrückst hat, sind wir dann doch endlich nach 10 Tagen aufgebrochen.

Aber nicht nur die Wäsche hatte eine Reinigung notwendig - auch der Kühlschrank wollte abgetaut und geputzt werden ;-)

Dann noch alles raus was raus gehört - Grauwasser und das Klo und Abfahrt.

Es geht zuerst nach Modica um ein Fahrradgeschäft zu plündern. Andi wird vom Christkind mit neuen Radlschuhen ausgestattet. Mit viel Vorfreude auf Weihnachten geht es nun weiter nach Ragusa. Dieser Ort hat uns dann völlig überrascht. Auf 2 Hügeln gelegen und nach einem großen Erdbeben im Barockstil neu aufgebaut. Wunderschön! 

Und nachdem wir schon ein gutes Stück im Landesinneren sind, fahren wir jetzt so richtig auf's Land. Wir kommen uns vor wie in Irland - obwohl wir ja noch gar nie dort waren - aber so stellen wir es uns vor. Grüne Wiesen, Schafe und Steinmauern.

Der Parkplatz an einer Steinmauer ist ideal zum Übernachten - eine Stille wie wir sie schon lange nicht mehr genossen haben - am Meer ist es nie so leise. Gleichzeitig ist der Parkplatz Ausgangspunkt für einen kleine Wanderung zu alten unterirdischen Gräbern.

Jetzt ist aber eine Schluchtwanderung angesagt. Im Nationalpark Casagrande del Cassibile. Aber leider dürfen Hunde nicht in den Nationalpark -der Ranger war da sehr bestimmend.

So schnell gebe ich mich aber nicht geschlagen und schnappe das Therapiehundehalsband und meinen Behindertenausweis und schon stehe ich wieder beim Eingang zum Nationalpark. Ohne meinen Hund kann ich als Zyklop nicht in die Schlucht absteigen - das hat dann sogar der Ranger verstanden und Orea durfte mit!

Knappe 300 Höhenmeter runter und in Rekordzeit wieder rauf. Ein schönes Erlebnis und da es erst 2 Uhr ist, entscheiden wir noch nach Syrakus zu fahren.

Syrakus hat uns schon vor vielen Jahren begeistert. Wir fahren raus auf die Halbinsel ins alte Zentrum und bekommen einen der wenigen kostenlosen Parkplätze direkt am Hafen.

Am nächsten Tag - zugegeben die Nacht war nicht so ruhig, Fischer machen ganz schön Lärm - noch ein Besuch am Markt und dann weiter nach Catania.

Eine wunderschöne entspannte Fahrt und wir checken im Norden der Stadt bei einem Campingplatz am Meer ein. Entspannt war die Fahrt auf jedenfalls bis Catania. Dann darf man die Fahrweise und den Verkehr dieser Stadt erleben. Überholt wird man links und rechts und gleichzeitig flitzen, Ellbogen einziehend, Mopeds vorbei. Man versucht sich möglichst klein zu machen um die entschlossenen Mopeds nicht zu noch waghalsigeren Manövern zu verleiten.

Der Platz ist klein und ich fahre am Abend noch mit dem Fahrrad ins Zentrum - eigentlich nur und zu prüfen, ob wir das am nächsten Tag dann mit der Orea fahren können oder ob wir doch ein Taxi brauchen.

Am nächsten Tag sind die knapp 5km mit dem Rad kein Problem und was soll ich sagen - Catania würde ich Palermo jederzeit vorziehen. Viel besser, schöner, viele Plätze - man fühlt sich sehr wohl und Streetfood und Märkte gibt es auch zur Genüge. Die Bauwerke, behaupte ich, sind in der Vielzahl denen von Palermo um nichts weniger überlegen. 

Der erfahrene Sizilienreisende wird den goldgelben Hügel gleich als Arancino erkannt haben. Wir haben dann noch diverse Spießchen gegessen - also ein Streetfood Paradies!

Und wenn wir schon beim Essen sind - in Syrakus haben wir ja noch den Markt besucht und gut eingekauft - und dann ein Tunfischsteak (2 x 500g) und Okra dazu - ein Gedicht!

Natürlich hat die Orea auch etwas abbekommen und war dann sehr müde ;-)

Also Gute Nacht...



Aktueller Eintrag:

15.12.2025 Über Taormina in den Norden Siziliens

Ja der Plan war direkt in den Norden zu fahren. Dann haben wir uns für die Küstenstrasse entschieden und sind durch alle Orte gestaut. Hier ist wirklich was los und die Italiener parken nicht, sie lassen das Auto in 2 Spur einfach stehen. Da ist ein Vorbeikommen oftmals nicht einfach.

Und nachdem wir so eine gute Stunde gefahren sind - 29 km/h Schnitt - .wollten wir dann doch einen Kaffee in Taormina. Und weil wir ja so sportlich sind, sind wir die 200hm in den Ort gewandert.

Frisch gestärkt mit Café und Cannoli ging's wieder runter und weiter. Zuerst einkaufen und tatsächlich war in Giardini Naxos vor dem Supermarkt - dort haben wir 2019 schon oft eingekauft - der alte Obst und Gemüsehändler. Und seine Bio-Orangen sind noch genauso gut wie damals.

Gut versorgt Ferne wir nun doch in den Norden. Ziel ist Marinello weil wir dort am nächsten Tag eine Wanderung planen.

Es gibt da auf 300m eine Wallfahrtskirche mit einer schwarzen Madonna. Da wandern wir hin und der Weg ist absolut traumhaft. Oben gibt es neben der Kirche noch ein Theater und einige alte Steine. Café um 1,20€ und dann runter an die Küste wo es einen der schönsten Strände auf Sizilien gibt. Zugegeben - am schönsten war der Strand von oben betrachtet - aber seht selbst...